Glassman-Lassalle Zen-Linie

Ethikcode der Glassman-Lassalle Zen-Linie

Der Lehrerinnen und Lehrer der Glassman-Lassalle Zen-Linie verpflichten sich auf ethische Leitlinien, die insbesondere die Beziehung zwischen Lehrenden und Schülerinnen und Schüler schützen sollen. Letztere sind angehalten, sich im Rahmen der Zen-Schulung ebenfalls an diesen Richtlinien zu orientieren. Die einzelnen Positionen sind im Sinne der beigefügten Erläuterungen zu verstehen. 

Die Ethikposition basiert auf der Erfahrung der Einheit allen Lebens: Eins ist alles – alles ist eins. Aus der Verbundenheit mit allen Wesen erwächst Mitgefühl und die Forderung im ganz Konkreten den buddhistischen (und christlichen) Geboten entsprechend zu handeln, während Weisheit Ausdruck der Leerheit, der Nicht-Getrenntheit ist. So bestimmen Mitgefühl und Weisheit ethisches Verhalten in unserer Zen Linie. Im Letzten geht es darum, dass unser Handeln dem Wohl und der Befreiung aller dient.

Wir interpretieren die traditionellen buddhistischen Gebote situationsbezogen wie folgt:

1.    Nicht töten
Im Geist der Ehrfurcht vor allem Leben stimmen wir überein, die Haltung des Nicht-Tötens und Nicht-Schadens in differenzierter Weise in allen unseren Handlungen zu beachten.

2.   Nicht stehlen
Wir verpflichten uns, nichts zu nehmen, was uns nicht gehört, den Besitz anderer zu respektieren und im Umgang mit Geld aufrichtig zu sein.

3.   Vermeiden sexuellen Fehlverhaltens
Wir verpflichten uns, niemandem durch Sexualität zu schaden. Alle Lehrenden verpflichten sich, ihre Autorität und Position nicht für sexuelle Beziehungen auszunützen. Sexuelle Beziehungen sind mit einem Lehrer/in-Schüler/in-Verhältnis nicht vereinbar.

4.   Nicht lügen
Wir wahren eine transparente und ehrliche Haltung gegenüber Schüler/innen, Kursteilnehmenden und Lehrenden. Grenzen in der Begleitung anderer Menschen gestehen wir ein und sprechen Belastungen in Beziehungen an. Wir fördern und fordern uns gegenseitig in mitfühlender und respektvoller Weise.

5.   Verantwortungsvoller Umgang mit jeglicher Art von Drogen
Wir plädieren für einen verantwortungsvollen Umgang mit jeglicher Art von Dingen und Aktivitäten. Dazu gehören nebst dem Umgang mit Zeit, Medien, Konsum, Besitz und Beziehungen auch der Umgang mit Drogen wie Alkohol und Tabak.

6.   Nicht über die Fehler anderer sprechen
Wir verpflichten uns, die Würde des Einzelnen zu respektieren, indem wir seiner Einzigartigkeit Rechnung tragen. Was wir als dessen Fehler betrachten, ist unsere Sichtweise und damit relativ. Wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, handeln wir aus der inneren Mitte und tragen die Verantwortung für unsere Handlungen.

7.   Auf Eigenlob verzichten und andere nicht verunglimpfen
Wir stehen offen für unsere Überzeugungen ein, ohne die Einschätzung anderer gering zu achten. Wir respektieren die Ebenbürtigkeit aller Menschen und anerkennen, dass jeder nach seinen besten Fähigkeiten handelt. Wir fördern das Potential aller Menschen – eingeschlossen uns selbst.

8.   Den Überfluss des Dharma nicht eigenmächtig zurückhalten
Wir sind uns bewusst, dass der Kreislauf des Lebens auf Geben und Nehmen basiert. Wir haben die Sorge für den natürlichen Reichtum der Schöpfung und für die Verteilung der Güter im Blick. Wir leben nach Massgabe unserer Möglichkeiten grosszügig aus unserer Mitte und tun alles, was der Gerechtigkeit, der Solidarität in der Gesellschaft, dem Frieden und der Bewahrung der Schöpfung dient.

9.   Gefühle von Wut regulieren
Wir sind uns bewusst, dass Wut ein starker Ausdruck unserer Energie und unseres Wesens ist und ein Potential für Veränderung und Erneuerung darstellen kann. Wir bemühen uns um einen konstruktiven Umgang mit dieser Kraft und vermeiden es, andere zu verletzen oder zu ihnen zu schaden. Wir praktizieren Mitgefühl allem Leben gegenüber und orientieren uns an der goldenen Regel, niemandem zuzufügen, was wir nicht selber erleben möchten.

10.   Nicht über die Drei Kostbarkeiten lästern
Die „Drei Kostbarkeiten“ – Buddha, Dharma, Sangha – bilden die Basis unserer Zenpraxis und sind Grundprinzipien unseres Redens und Handelns im Alltag.
- Wir wertschätzen „Buddha“ als historischen Lehrer und zugleich als erleuchtetes Wahres Wesen.
- Wir wertschätzen „Dharma“ als Buddhas Lehre und zugleich als Ordnung der gesamten Wirklichkeit.
- Wir wertschätzen „Sangha“ als unsere Gemeinschaft, als wechselseitige Beziehung der Lebewesen untereinander und zugleich als Einheit des unfassbaren Absoluten mit der Erscheinungswelt.
Wir verstehen das zehnte Hauptgebot als eine Zusammenfassung der neun vorhergehenden Richtlinien und als eindringlichen Wegweiser für unser Handeln.

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